(ZU-)HÖREN

ANNsicht N°8 - Februar 2023

Hören in seiner reinsten Form wird zum Spüren. Und wie entfernt sind wir davon? Eine frischgebackene Mutter hört nicht nur ihr Baby, es spürt intuitiv, was es braucht. Ihre Antennen sind so weit ausgefahren, dass es keiner Worte bedarf (die vom Baby sowieso nicht kommen), augenblicklich ist klar: mein Kind hat Hunger, ist müde, hat Schmerzen… es wird vor allem wahrgenommen – im gespürten Hören – oder auch gehörtem Spüren.

HÖREN WIR HEUTE NOCH EINANDER? Oder sind wir so busy, unter Strom, angestrengt, …kurz: dicht, dass wir dazu nicht mehr in der Lage sind? Fangen wir bei uns an: höre ich, wie mein Körper mit mir spricht?, nehme ich die Signale wahr, die nach Ruhe verlangen, frischer Luft, möglicherweise auch nach ein paar tiefergreifenden Veränderungen? Oder gehen wir darüber hinweg, „ziehen das eine“ noch durch, beißen die Zähne zusammen, nach dem Motto: schlafen kann ich immer noch. Ja wann eigentlich, wenn ich die Ruhe genau jetzt brauche? 

Deckt sich das, was ich von jemandem höre, mit dem, was ich von ihm wahrnehme? Oder höre ich womöglich Worte, die nicht mit dem übereinstimmen, was mir mein Gespür vermittelt? Unsere Worte ploppen oft unbewusst aus uns heraus, ohne dass wir uns selbst beim Sprechen hören. Wie auch, wenn alles schnell gehen muss, wir uns gefühlt in 3 Paralleluniversen aufhalten, die Abendplanung gedanklich durchgehen und dabei überlegen, ob auch an alles gedacht wurde.

HÖREN UNSERE KINDER UNS NOCH? Gefühlt sehe ich nur noch Jugendliche, die gebeugt in ihr Handy schauend durch die Straßen laufen. On top noch Airpods, damit auch ganz sicher nichts aus dem Umfeld gehört werden kann. Diese Dauerberieselung lässt unsere vorhandenen Antennen verkümmern, all dies hat nicht mehr viel mit Hören zu tun.

WERDEN UNSERE KINDER NOCH GEHÖRT? Von uns Eltern, die wir alle so beschäftigt sind? Von ihren Lehrern, die in manchen Situationen überfordert sind, manchmal auch zu sehr an alten Lehrgewohnheiten festhalten, statt jeden Schüler in seiner Einzigartigkeit (bitte wertfrei verstehen) wahrzunehmen.

Bei Meinungsverschiedenheiten ist das Hören essentiell, um den Kern einer Auseinandersetzung zu erkennen. Auch hier wird lieber geredet, erklärt, ein Tick lauter als sonst, weil der andere einen möglicherweise sonst nicht HÖRT. Das anschließende Zuhören seines Gegenübers könnte so qualvoll werden, dass aufgestanden wird und die Türe knallt – dieser Knall wird mit Sicherheit gehört!

Vielleicht ist genau JETZT ein guter Moment, die Augen zu schließen, sich auf seine inneren Ohren zu fokussieren und ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, bevor es im Text weitergeht…

KOMMUNIKATION IST KEINE EINBAHNSTRASSE. Gäste in Polit-Talkshows reden und reden ohne zu bemerken, dass ihre Worte nicht gehört werden. Sie selbst nehmen auch keine Gegenfragen mehr wahr und kreisen unentwegt um ihre schon viele Male wiederholten Monologe.

Wenn wir diesen Shift, Wandel, Sprung der alten in die neue Zeit – es gibt so viele Bezeichnungen für unsere Jetzt-Zeit – schaffen wollen, beginnt es mit unserer Bereitschaft des Lernens von Wahrnehmung, Austausch und gegenseitigem HÖREN. Ich schreibe bewusst HÖREN und nicht ZUHÖREN, denn ZU sind wir nun lange genug gewesen! 


HÖREN WIR UNS AN, was die Ängste, Bedenken oder auch einfach Gedanken unseres Gegenübers sind – im kleinen wie im großen Geschehen – und respektieren diese. Hören hat für mich etwas mit Hingabe zu tun und in diesem Moment der Hingabe sind wir offen und nehmen wahr. Der Kleine Prinz würde vielleicht sagen: Dann hören wir mit dem Herzen und erfahren Dinge, von denen wir zuvor nichts ahnten. 

Hier entsteht ein Raum für Austausch, in Achtung und auf Augenhöhe. Lösungen kreieren, die mit Sicherheit auf einer anderen Ebene zu finden sind, als die Ebene, auf der Probleme oder Missverständnisse einst entstanden sind. 

Aber zurück zum Anfang: Lernen wir wieder das Hören. Jeder für sich, mit sich, in sich. Im Austausch von Familien und Freunden, von Wissenschaft und Spiritualität, von moderner High-Tech-Medizin und Naturheilkunde … um nur einige Bereiche zu nennen, die auf den ersten Blick so weit voneinander entfernt scheinen. Das Hören ist die Brücke, die wir jeden Tag überqueren dürfen, um wieder (zu-)einander zu finden und gemeinsam zu bewegen. Wir haben diese Wahrnehmung in uns – von Geburt an – und dürfen nun wieder unseren Fokus darauf lenken.

Mit einem tiefen Atemzug & Herzensgrüßen wünsche ich einen lichtvollen Tag

Deine Ann

 

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Ideen, die bewegen, Bewegungen, die verändern, Veränderungen, die transformieren: aus der alten… in die neue Zeit.

Ich danke Dir!

 

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