Atmung
Die kürzeste Meditation?
EIN bewusster Atemzug.
Atem ist Leben, Präsenz und die Verbindung Deiner äußeren und inneren Welt – eine Brücke, die wir jeden Tag ca. 20.000 mal überqueren.
Atem ist die Essenz unseres Seins
Mit der Atmung tauchen wir während der Praxis immer wieder tief in unseren Herz-Raum ein. Und mit jedem bewussten Atemzug füllst Du Deine Zellen mit Sauerstoff, lüftest und nährst Deinen Körper-Raum, stärkst die Lungen, das Herz und das Nervensystem.
Wir leben in einer hochspannenden Zeit und noch nie war es so wichtig, mit und in sich verbunden zu sein. Scheinbare Sicherheiten im Außen sind im Auflösungs-Prozess und es zeigt sich der illusionäre Charakter. Umso wichtiger ist es, die eigenen Wurzeln bis zur Quelle in sich zu spüren und mit jedem Atemzug mehr und mehr wahrzunehmen – hier liegt die wahrhaftige Sicherheit.
Ich möchte hier auf folgende Bereiche eingehen:
Atmung während der Praxis
Atmung vor oder nach der Praxis
Atemübungen
Atmung vor oder nach der Praxis
Der Fokus liegt bei jeder Yoga-Sequenz auf der Atmung, denn nur der Atem löst auf: Blockaden, Spannungen, Schmerzen
Atme immer durch die Nase: so wird die Luft bei der Einatmung gefiltert, beim Ausatmen werden die Nasenschleimhäute gereinigt
Bei der Einatmung in die gefühlte Ausdehnung kommen, bei der Ausatmung den Bauch leicht nach innen ziehen
Je gleichmäßiger die Atmung, desto fließender die Yoga-Praxis
Grundsätzlich gilt: Atmest Du ein, schaffst Du Länge, Dehnung & Raum im Körper (z.B. bei Rückbeugen). Atmest Du aus, bewegst Du Dich tief in die Bewegung hinein oder ziehst Dich zusammen (z.B. bei Vorbeugen oder Twists).
Sollte sich dennoch Schwindel oder Unwohlsein einstellen, pausiere, komme in Balasana, die Stellung des Kindes, und beruhige Deinen Atem
Bleibe entspannt, wenn Du nicht gleich in die synchrone Bewegung von Atem und Asanas kommst. Es ist ein Rhythmus, in den Du Dich langsam einschwingst, ganz von selbst
Atmung während der Praxis
Hierfür finde Platz auf der Yogamatte, einem Block oder einem Yogakissen.
Beginne mit ein paar lösenden und befreienden Atemzügen.
Für die tiefe Bauchatmung oder auch Zwerchfellatmung: Verlangsame und vertiefe die Atmung. Bei der Einatmung schaffe Weite im Herz-Raum und dehne Dich aus. Bei jeder Ausatmung ziehe bewusst Deinen Bauchnabel nach innen und atme vollständig aus. So wird mehr Sauerstoff ins Blut transportiert.
Bewusste Atmung hilft, seinen Fokus neu auszurichten. Finde nach ein paar Minuten zurück in Deinen natürlichen Atemfluss.

Schwungvoll in Neuland eintauchen – und die Welt aus den Angeln heben.
Atemübungen
Es gibt im Yoga viele Atemübungen, auch Pranayama (Prana=Atem, Yama=Steuerung) genannt. Hier nenne ich 3 Übungen, da sie gelegentlich in meiner Praxis vorkommen.
01.
Im Quadrat zählen
Wunderbare Atemtechnik, in die Ruhe & eigene Verbundenheit zu kommen. Aus dem anfänglichen Zählen entsteht ein natürlicher Atem-Rhythmus.
Durch die Nase ein- und ausatmen.
Einatmen (dabei bis 4 zählen)
Halten (dabei bis 4 zählen)
Ausatmen (dabei bis 4 zählen)
Halten (dabei bis 4 zählen)
Und weiter im Rhythmus!
02.
Ujjayi Atmung
Diese „Siegreiche Atmung“, oder „Meeresrauschen“ genannt, kann auch während einer Yogasequenz praktiziert werden. Sie löst Spannungen, erhöht die Sauerstoffaufnahme & das Lungenvolumen und verbessert Deine Wahrnehmung.
Durch die Nase tief bis in den Bauchraum einatmen.
Während der Ausatmung mit geschlossenem Mund ein „H“ aushauchen.
Diese Aus- und Einatmung sollte geräuschvoll sein: hierbei zieht sich die Stimmritze zusammen, Stimmbänder werden gereinigt und die Atmung kann ganz bewusst gelenkt werden.
03.
Nadi Shodana oder Anuloma Viloma
Diese Wechselatmung bringt beide Gehirnhälften in Balance. Müdigkeit und Kopfschmerzen können gehen. Der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht sich.
Halte die rechte Handfläche zum Gesicht, beuge Zeige- und Mittelfinger oder lege beide Finger zwischen die Augenbrauen (3. Auge)
Verschließe mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch und atme durch das linke Nasenloch tief ein
Verschließe mit dem rechten Ringfinger das linke Nasenloch, halte den Atem 3 – 2 – 1
Löse rechten Daumen vom Nasenloch und atme hier vollständig aus
Durch dieses rechte Nasenloch wieder tief einatmen
Verschließe mit dem rechten Daumen, halte den Atem 3 – 2 – 1
Löse rechten Ringfinger vom Nasenloch und atme hier vollständig aus
Und von vorne beginnen; beide Seiten 3-4 x wiederholen.
Atem ist Bewegung
Atmung verhilft zu mehr Vitalität und macht Dich kraftvoll. Lassen wir uns auf diese Bewegung ein und verbinden uns mit dem Ganzen.
Gerne leite ich die Atemübungen während der Yoga-Praxis an.