ALLES & SOFORT

AnnSicht N°14 - September 2023

Haben die Ferien nicht gerade erst begonnen? Tatsächlich liegen mehr als sechs Wochen zurück und es war viel los: beide Kinder sind in unterschiedliche Richtungen gereist, wurden nach zwei Wochen wieder eingesammelt und weiter ging es in den Süden. Wieder zurück, auf einer wundervollen Hochzeit lieber Freunde getanzt und vorbei sind die Sommerferien.

 

DASS ZEIT RELATIV IST, wissen wir alle, aber kommt es nur mir so vor, dass es schneller geht denn je? Irgendjemand erklärte mir, dass diese Wahrnehmung mit dem Alter zunimmt (how charming!) – aber glücklicherweise kenne ich viele, die jünger sind und genauso empfinden. Ist auch dies ein Phänomen des „Zeitenwandels“, den wir jetzt erleben?

 

BESCHLEUNIGEND kommt hinzu, dass uns im Außen das Thema „Zeit“ bzw. „Nicht-Zeit“ ständig vor Augen gehalten wird und wir scheinbar viel zu wenig davon haben: Fast Food am besten im Drive-In Restaurant, dicht gefolgt von Blitz-Diäten, Coffee-to-go, Instant Soup und für zwischendurch eine 5-Min-Terrine. Auch Schnellladegeräte für unsere ständigen Begleiter sind hoch im Kurs, so verpassen wir keinesfalls einen Anruf oder dringende Nachrichten wie „Habt ihr schon Pläne für die Herbstferien?“ Sämtliche „2-in-1-Produkte“ geben den nächsten Speed-Kick. Zeitschriften mit Sublines wie „Schnelle Rezepte“ sind der Verkaufsschlager, dazu noch ein Artikel über Speed-Dating und im Anschluss eine Blitz-Reise? Express-Yoga lese ich immer häufiger – autsch, wer hat dieses Wort erfunden?

 

Als ich letzte Woche am Schaufenster eines Sportladens vorbeiradelte und den Spruch „born to be fast“ las, hätte ich fast automatisch kräftiger in die Pedale getreten; dabei ist der Spruch nur ein Wort zu lang.

 

STEIGT DEIN PULS NUR BEIM LESEN DES LETZTEN ABSATZES? Die Zeit scheint uns davonzulaufen und wir glauben, schneller, weiter, höher kommen zu müssen. Oder ist es gar nicht das Konstrukt „Zeit“, sondern mein Ego, das mich Tag für Tag antreibt? Alles, sofort, pausenlos und das im Turbo-Gang – kommt das jemandem bekannt vor?

 

„ABER DU MACHST DOCH YOGA“, darf ich dann manchmal hören …

Ja, stimmt.

 

Unter anderem praktiziere ich genau deshalb Yoga oder meditiere regelmäßig, lasse meine Gedanken zur Ruhe kommen und spüre beim Atmen nach. Das ist ein bisschen wie … Urlaub! So schnell hab‘ ich ihn wieder – oder anders ausgedrückt: schaffe ich Urlaub in mir. Das Ganze könnte ich sogar mit Meeresrauschen untermalen. Fehlt nur noch Sonnenschein, aber hey: Wenn das mal keine Blitz-Reise ist!

 

BORN TO BE ohne FAST! Auch wenn wir noch so konditioniert sind, dass vieles an einem Tag geschafft werden muss und pures Sein niemals die Lösung sein kann: vielleicht ist „be-wusst“ ein Brückenwort für diesen Zustand des Seins. Keine Zeit für diesen Gedanken? Betrachten wir es einmal so:

 

JEDES TEMPO IST IRGENDWANN AM LIMIT, oder wie Handwerker sagen „nach fest, kommt ab“. Dieses „ab“ klingt nicht so, wie es sein sollte oder angedacht war. Und wie war es angedacht? Wie gerne hätten wir jetzt wieder eine dieser berühmten Schnellanleitungen (die tatsächlich von mir erfunden sein könnten) – wer hat schon Zeit für eine seitenlange Anleitungsbroschüre?

 

Die wirkliche Anleitung erhalten wir,

wenn wir in Stille sind,

wenn wir unseren Atem beruhigen,

wenn wir etwas länger ausatmen als einatmen,

wenn wir ins Gespür kommen

und irgendwann wieder diese innere Stimme hören.

 

SIE IST FEIN UND WÜRDE NIEMALS DEN LÄRM IM AUSSEN ÜBERTÖNEN. Tatsächlich haben wir die Wahl und dürfen entscheiden, ob wir dieser Stimme jeden Tag ein Stückchen näher kommen mögen, um sie wieder zu entdecken, wahrzunehmen – nur wenige Minuten.

 

DAS ALLES IST NICHTS FÜR DEN VERSTAND – vielmehr etwas für das Herz, das Gespür und auch die Sehnsucht in jedem.

 

Geduld ist nicht wirklich meine Stärke. Sie ist wie eine bescheidene Schwester des liebevollen Bewusstseins. Bewusstsein für den bunten und kurvenreichen Weg zum Ziel. Kürzlich durfte ich lernen, wie wichtig es ist, auch seine kleinen Erfolge (Etappen-Ziele) zu sehen, dafür dankbar zu sein und sich ein „Es ist geschafft“ zu sagen, bevor das nächste Ziel winkt.

 

WERDEN WIR UNGEDULDIG MIT BANALITÄTEN UND GEDULDIG MIT ESSENTIELLEM: born to be – born to love – born to live

Mit einem tiefen Atemzug & Herzensgrüßen wünsche ich Dir einen lichtvollen Tag,

Deine Ann

 

Wenn Dich meine AnnSicht inspiriert hat und Du sie mit jemandem teilen möchtest, dann empfehle meinen Blog gerne weiter und bring‘ meine Herzensbotschaften in die Welt! Ideen, die bewegen, Bewegungen, die verändern, Veränderungen, die transformieren: im Wandel aus der alten in die neue Zeit. Ich danke Dir!

 

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Ideen, die bewegen, Bewegungen, die verändern, Veränderungen, die transformieren: aus der alten… in die neue Zeit.

Ich danke Dir!

 

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