FAMILIEN-MITEINANDER

ANNsicht N°2 - August 2022

Dieser Sommer in Italien hat mir ein Thema wieder einmal mehr als deutlich präsentiert: GESPÜR, PRÄSENZ UND BEWUSSTSEIN.

Seit ein paar Jahren verbrachten wir unsere Sommerferien in einem Ferienhaus nahe der italienischen Küste: wir liebten die Unabhängigkeit von Essenszeiten, das morgens im Nachthemd auf der Terrasse Kaffee trinken und noch etwas seinen Gedanken nachhängen. Dieses Jahr war die Mietung des Hauses nicht möglich und so entschieden wir uns für das italienische Leben in einem Hotel: eine leicht morbide Schönheit, Zimmer eher spartanisch eingerichtet, nettes Personal… und eben ein festgelegtes Zeitfenster für das Frühstück.

 

So bot sich mir die Gelegenheit, im wundervollen Piniengarten des Hotels eine italienische Großfamilie beim Frühstück zu beobachten. Offensichtlich verbrachten sie hier ebenfalls ihre Ferien: ein Kommen und Gehen von Kindern, Enkeln und Geschwistern. Eine Konstante in diesem Taubenschlag waren Nonno und Nonna: beide schon recht gebrechlich, im Rollstuhl bzw. mit Gehhilfe, erschienen sie stets zur gleichen Zeit im Garten. Adrett angezogen, am Leben teilhabend, am Geschehen und in jedem Gespräch integriert. 

DA JEDE BEWEGUNG EIN PAAR TAKTE LANGSAMER ABLIEF, hat sich auch die Familie in diesen neuen Rhythmus eingeschwungen. Es wurde geduldig gewartet, bis der ein oder andere Handgriff von Nonna beendet war oder Nonno sich alleine und in slowmotion mit der Serviette seinen Mund abtupfte. Niemand hetzte, es wurde geduldig beobachtet und gewartet. Es gab auch jede Menge Themen, über die gesprochen, diskutiert oder gelacht wurde.

Szenen wie diese sind selten geworden und sie haben mich berührt: jedes Familienmitglied hat sich auf den neuen, ruhigen Rhythmus eingelassen. Nie habe ich ein Mobiltelefon am Tisch gesehen und alle sahen entspannt aus. 

Auf den ersten Blick wirkte es, dass die Familie den Großeltern ihre Zeit schenkte – aber möglicherweise waren es auch die Großeltern, die ihren Kindern und Enkeln einen „Raum“ der Ruhe und Verbundenheit geschaffen und somit geschenkt haben – EINZIG MIT IHRER PRÄSENZ, IHREM SEIN. 

Szenenwechsel: ein paar Tage später beobachtete ich in einem  Restaurant eine Familie, deren  sehr junge Mädchen während des gesamten Abendessens vor ihrem iPad saßen, die Eltern entsprechend am Smartphone. Nachdem sie bezahlt hatten, bemerkte die Mutter die noch unangerührten Teller ihrer Kinder. 

INNERHALB WENIGER MINUTEN wurde beiden Mädchen das Essen in den Mund gestopft (der Film auf den iPads lief währenddessen weiter) und mit Wasser hinuntergespült. Fertig, aufstehen, weitergehen… mit iPad in der Hand. Das war eine Beobachtung der ganz besonderen Art und ich musste an die Großfamilie in unserem Hotel denken.

ES IST NICHT DIE WILDE, SCHNELLE UND AUGENSCHEINLICH ZIEMLICH DURCHGEKNALLTE WELT IM AUSSEN  –  dort ist alles in göttlicher Ordnung, pur und in seiner Stimmigkeit wunderbar. Wir sind es, jeder einzelne Mensch, der das Chaos, die Unordnung, die Gehetztheit in sich trägt und unreflektiert ins Außen trägt. Was wir im Außen sehen und erleben, gleicht einer Leinwand, die unseren Ausdruck, also unser Wirken in diesem Leben, widerspiegelt. 

Wenn ich diesen Zusammenhang von „im Innern wie im Außen, im Außen wie im Innern“ sehe, spüre und erlebe, braucht es jetzt erst einmal… einen ruhigen, tiefen Atemzug, oder zwei oder drei … raus aus dem Wahnsinn, rein ins Herz, ins Spüren, in mein bewusstes Sein. 


WIE MÖCHTE ICH MEINE LEINWAND BESPIELEN
, was möchte ich sehen und erleben, was braucht es dafür? Die Antwort tragen wir bereits in uns – nehmen wir uns die Ruhe und lauschen dorthin.

Mit einem tiefen Atemzug & Herzensgrüßen wünsche ich einen lichtvollen Tag,

Deine Ann

 

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Ideen, die bewegen, Bewegungen, die verändern, Veränderungen, die transformieren: aus der alten… in die neue Zeit.

Ich danke Dir!

 

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